Internetgeschwindigkeit richtig testen: Speedtest für DSL, Kabel, Glasfaser und Mobilfunk
Im Vertrag stehen 250 Mbit/s, doch abends ruckelt der Stream und die Videokonferenz friert ein. Ob das an der Leitung, am WLAN oder am eigenen Gerät liegt, zeigt ein sauber durchgeführter Speedtest. Wir erklären, wie Sie Ihre Internetgeschwindigkeit zu Hause und unterwegs richtig messen, wie Sie die Werte lesen und welche Rechte Sie haben, wenn dauerhaft weniger ankommt als vereinbart.
Kostenloser Test: Download, Upload, Ping und Jitter in 20 Sekunden.
Die drei Werte eines Speedtests
Ein Speedtest für Ihre Internetgeschwindigkeit tauscht Daten mit einem nahen Server aus und liefert drei Kennzahlen:
- Download in Mbit/s: wie schnell Daten bei Ihnen ankommen. Diese Zahl bewerben die Anbieter, sie bestimmt Streaming-Qualität und Ladezeiten.
- Upload in Mbit/s: wie schnell Sie Daten senden. Wichtig für Videokonferenzen, Cloud-Backups und das Hochladen großer Dateien. Bei DSL und Kabel ist der Upload meist deutlich kleiner als der Download.
- Ping in Millisekunden: die Reaktionszeit der Verbindung. Niedrige Werte sind für Online-Spiele und Telefonate entscheidend.
Festnetz richtig messen: DSL, Kabel und Glasfaser
Ob Sie Ihren Anschluss bei der Telekom, bei Vodafone, O2 oder 1&1 haben und ob er über DSL, Kabel oder Glasfaser läuft: Aussagekräftig ist nur eine Messung unter kontrollierten Bedingungen.
- Verbinden Sie einen Rechner per LAN-Kabel mit dem Router. Für Tarife über 100 Mbit/s müssen Netzwerkanschluss und Kabel Gigabit schaffen.
- Beenden Sie Downloads, Updates, Cloud-Synchronisation und Streaming auf allen Geräten im Haushalt.
- Starten Sie den Router neu, wenn er seit Wochen durchläuft, und warten Sie, bis die Verbindung wieder vollständig steht.
- Messen Sie mehrmals und zu unterschiedlichen Tageszeiten, auch am Abend, wenn viele Nutzer gleichzeitig online sind.
- Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Ergebnis oder speichern Sie Screenshots.
Liegt der Wert per Kabel nahe an der vereinbarten Bandbreite, per WLAN aber deutlich darunter, sitzt das Problem in Ihrer Wohnung und nicht beim Anbieter.
Mobiles Internet testen: LTE und 5G
Im Mobilfunknetz schwankt die Geschwindigkeit stark, je nach Empfang, Entfernung zum Sendemast und Auslastung der Funkzelle. So wird die Messung aussagekräftig:
- WLAN am Smartphone ausschalten, damit wirklich das Mobilfunknetz gemessen wird.
- Auf die Netzanzeige achten: LTE und 5G liefern sehr unterschiedliche Werte.
- An mehreren Orten messen, etwa am Fenster, mitten in der Wohnung und draußen.
- Prüfen, ob das Datenvolumen verbraucht ist. Danach wird die Geschwindigkeit in der Regel stark gedrosselt.
Warum das WLAN langsamer ist als der Anschluss
Funk kostet immer Tempo. Das 2,4-GHz-Band reicht weiter, ist aber langsamer und in Mehrfamilienhäusern oft durch Nachbarnetze gestört. Das 5-GHz-Band ist deutlich schneller, verliert aber durch Wände und Decken an Reichweite. Dazu kommen der Standort des Routers, die Zahl der verbundenen Geräte und das WLAN-Modul im Endgerät: Ältere Laptops und Smartphones erreichen oft nur einen Bruchteil eines Gigabit-Anschlusses.
Ruckeln Spiele oder Telefonate trotz ordentlicher Bandbreite, lohnt ein Blick auf den Bedarf pro Anwendung in unserem Ratgeber Welche Internetgeschwindigkeit brauche ich?
Weniger Geschwindigkeit als vereinbart: Ihre Rechte
Zeigen mehrere Messungen per LAN-Kabel zu verschiedenen Zeiten deutlich zu niedrige Werte, gehen Sie schrittweise vor:
- Eigene Technik ausschließen: anderen Rechner, anderes Kabel und einen anderen Router-Port testen.
- Produktinformationsblatt prüfen: Dort stehen die maximale, die normalerweise zur Verfügung stehende und die minimale Geschwindigkeit Ihres Tarifs.
- Störung melden: Kontaktieren Sie den Kundenservice mit Ihren Messergebnissen und lassen Sie sich eine Ticketnummer geben.
- Offiziell nachweisen: Für einen rechtssicheren Nachweis nutzen Sie die Desktop-App der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur. Sie führt Sie durch das vorgeschriebene Messprotokoll mit mehreren Messungen an verschiedenen Tagen.
- Minderung oder Kündigung: Nach dem Telekommunikationsgesetz können Sie bei erheblichen, kontinuierlichen oder regelmäßig wiederkehrenden Abweichungen das Entgelt mindern oder den Vertrag außerordentlich kündigen.
Ein schneller Speedtest eignet sich gut für die Fehlersuche und den ersten Überblick. Als Beleg gegenüber dem Anbieter zählt das offizielle Protokoll.
So holen Sie mehr aus Ihrem Anschluss
- Fernseher, Konsole und Desktop-PC per LAN-Kabel anschließen.
- Den Router frei, erhöht und möglichst zentral aufstellen, nicht im Schrank.
- Geräte in Routernähe mit dem 5-GHz-Band verbinden.
- In großen Wohnungen oder Häusern auf ein Mesh-System statt einfacher Repeater setzen.
- Router-Firmware aktuell halten.
Nach jeder Änderung lohnt ein erneuter Internet-Speedtest, damit Sie sehen, welche Maßnahme tatsächlich etwas gebracht hat.
Häufige Fragen
Sollte ich per WLAN oder per LAN-Kabel messen?
Per LAN-Kabel. Das WLAN verliert durch Entfernung, Wände und Störungen an Tempo, deshalb zeigt nur die Kabelmessung, was Ihr Anbieter tatsächlich liefert.
Reicht ein Speedtest als Nachweis gegenüber dem Anbieter?
Für die Fehlersuche ja, als rechtlicher Nachweis nicht. Dafür nutzen Sie die Desktop-App der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur mit ihrem vorgeschriebenen Messprotokoll.
Was kann ich tun, wenn dauerhaft zu wenig Geschwindigkeit ankommt?
Melden Sie die Störung mit Ihren Messwerten beim Anbieter. Bei erheblichen und nachgewiesenen Abweichungen erlaubt das Telekommunikationsgesetz eine Minderung des Entgelts oder eine außerordentliche Kündigung.